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Live-Ticker für HSK-Fans

R8 Evi Zickelbein kl von Eva Maria Zickelbein

 

Nach acht Wochen Winterpause begann die "Rückrunde" der Bundesliga-Saison mit einem Großereignis in Berlin: Dank dreier Berliner Teams – Kreuzberg, Schachfreunde und Tegel – konnte das "Event" im Festsaal des Schöneberger Rathauses organisiert werden, das es so in Deutschland noch nicht gegeben hat: Acht Teams treffen sich an diesem Wochenende und verfolgen ihre unterschiedlichen Saisonziele.

 

Die ausrichtenden Schachfreunde Berlin haben mit einem großen Team ein tolles Ereignis organisiert und mit dem Schöneberger Rathaus einen würdigen Rahmen gefunden. Wir Hamburger Gäste fühlten uns sofort wohl und an unsere Organisationsstrukturen erinnert, da die sympathischen Schachfreunde in Teamarbeit dieses Event auf die Beine stellen: Rainer Polzin hält die organisatorischen Fäden in der Hand, gründet im Nebenraum gerade den Schachbundesliga e.V. und verzichtet deshalb auf seinen Einsatz gegen Solingen, Christoph Nogly berichtet auf www.sfr-berlin.de und Familie Hein kümmert sich im Vorraum aufopferungsvoll um das leibliche Wohl der Gäste. Endlich kann ich mal eine Bulette bestellen, ohne fragend anguckt zu werden: "Frikadelle, oder was?" Sicher habe ich hier noch viele weitere Helfer vergessen, aber das Ganze zählt und das macht einen ganz tollen Eindruck.

 

HSK - Tegel

R8 Hamburg4 kl Wir Hamburger wurden nach dem gestrigen Sieg der Bindlacher gegen Tegel von unserem Champions League Platz verdrängt und sind "nur noch" Vierter. Vor der Saison hätten natürlich selbst die kühnsten Optimisten nicht geglaubt, dass wir den Wettkampf gegen Tegel mit bereits 10 Mannschaftspunkten im Rücken eigentlich ziemlich locker würden angehen können. Doch wird sich an den Brettern natürlich trotzdem nichts geschenkt und diese 10 Mannschaftspunkte sind bestimmt auch nicht der Grund für das erste schnelle Remis, das es am vierten Brett zwischen IM Drazen Muse und GM Robert Kempinski gegeben hat. In dieser Miniatur hat keiner der beiden Spieler ernsthafte Gewinnversuche unternommen und so war einer der beiden zufrieden, der andere doch eher zerknirscht.

 

Nach knapp zwei Stunden gibt es an den anderen Brettern noch nicht Entscheidendes zu berichten – nur am ersten Brett sieht es so aus, als ob es Favoritenschreck GM Robert Rabiega heute nicht gelingen wird, die große Elo-Differenz wettzumachen: Das neue Hamburger Spitzenbrett, schon bei seinem ersten Einsatz in Hamburg sensationell mit Siegen gegen Volokitin und Hrazek, steht deutlich besser.

 

R8 Gruendung kl Gerade kommt der neue Präsident des Schachbundesliga e.V., Christian Zickelbein, an unseren Tisch. Rainer Polzin ist Vizepräsident – weitere Details folgen später.

 

 

 

 

 

 

17 Uhr – Führung für den HSK und im Olympiastadion steht's 0:1!!

Alexander Laas brachte den Tabellenletzten HSV in der 33. Minute mit 1:0 in Führung – im Rathaus Schöneberg schoss IM Thies Heinemann nach knapp zwei Stunden und 21 Zügen das 2:1 für den HSK, FM Thorsten Sarbok hatte keine Chance am heutigen Tag. Laut Thies Heinemann war 11. … Sge7 der entscheidende Fehler, der gehört einfach nach f6. Zuvor schon hatte sich GM Jan Gustafsson gegen IM René Stern in eine Zugwiederholung gefügt, da er laut seiner Aussage sogar schlechter stand.


Die fünf noch laufenden Partien sind zum Teil sehr spannend: Am ersten Brett zwischen GM Radek Wojtaszek und Favoritenschreck Robert Rabiega sah es zuerst nach einem Überraschungscoup und klarem Vorteil für unseren jungen polnischen Großmeister aus. Dann aber konterte Robert Rabiega mit f6 und nun läuft Radek Wojtaszek bei etwas aktiverem Spiel seinem geopferten Bauern hinterher.

 

GM Lubomir Ftacnik hat am dritten Brett eine bequeme Stellung gegen GM Mladen Muse, während am fünften Brett in der Partie von GM Karsten Müller gegen FM Rainer Tomczak das Brett brennt – hier bin ich aber zuversichtlich. Dagegen gefällt mit die Stellung am sechsten Brett gar nicht, an dem IM Oliver Reeh mit Schwarz gegen IM Ulf von Herman spielt, aber wahrscheinlich kann ich die Stellung einfach nicht richtig beurteilen… Am achten Brett bahnt sich zwischen den beiden Zeitnotspezialisten FM Jörg Pachow und Dirk Sebastian eine Zeitnotschlacht an, wenn ich mich aber nicht verguckt habe, dann mit Mehrbauern für den Hamburger!

 

Nach der Zeitkontrolle

Es war zu spannend, zwischendurch konnte ich mich einfach nicht von den Brettern reißen. Desillusioniert inzwischen, da der Wettkampf gegen den Underdog aus Tegel nun gar nicht mehr klar ist und auch der HSV schon wieder eine 1:0 Führung und bester Chancen zum 1:1 verdaddelt hat.


Im Rathaus Schöneberg steht's nach der Zeitnot 2,5:1,5 für den HSK – Karsten Müller konnte seine Partie nicht gewinnen – und an einigen Brettern müssen wir uns nun ganz doll strecken:

 

1. Brett
Hier hat Radek Wojtaszek einen Bauern mehr und phasenweise sah es so aus, als hätte Robert Rabiega kaum noch Züge. Dann hat er sich irgendwie „rausgewurschtelt“ und wir hoffen natürlich, dass Radek durch technisch sauberes Spiel den vollen Punkt einfahren kann.

 

2. Brett
Hier brennt es gewaltig. Ich wage keine Einschätzung, aber ein Remis wird es bestimmt nicht. Eine wild taktische Stellung und Lubomir blickt nicht besonders optimistisch drein… Gerade aber kommt Stefan Löffler, Redakteur von Schachbundesliga.de und Spieler des SC Kreuzberg, und meint, dass Lubomir das noch irgendwie schaukeln wird!

 

6. Brett
Hier wird es demnächst den Anschlusstreffer für Tegel geben: Oliver Reehs Damenendspiel gegen Ulf von Hermann ist dank eines starken und schon weit vorgerückten d-Freibauerns verloren.

 

8. Brett
Die Zeitnotschlacht war dann doch nicht so schlimm wie befürchtet, Jörg Pachow steckte ein Figur ins Geschäft und Dirk Sebastian verteidigte sich mit hängendem Blättchen – hoffentlich zum Remis.

 

Wenn alles gut läuft, gibt es einen knappen Sieg der Hamburger, bei einem 4:4 können wir uns aber auch nicht beschweren.

 

 



Autor: ny -- 1.3.2007 21:48:40


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xx_zaehler

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