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Auf ein Neues

von Rainer Polzin

Noch unter dem Namen Schachfreunde Neukölln spielte die erste Mannschaft in der Saison 1996/1997 letztmalig in der 2. Bundesliga-Nord. Das Ziel damals wie heute: Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Schachfreunde hatten sich zu der Saison gezielt verstärkt. Der ebenso talentierte wie ehrgeizige Dimitri Bunzmann war von Lasker Steglitz zu Neukölln gewechselt. Mit Sergei Movsesian hatten wir bereits seit der Vorsaison ein äußerst starkes Spitzenbrett. Aus dem heutigen Kader waren Lars Thiede, Stephan Berndt, Henrik Rudolf und Rainer Polzin mit dabei. Der Lübecker SV - mit Lars-Bo Hansen und Johnny Hector an den Spitzenbrettern - als nominell stärkster Konkurrent sollte niedergehalten werden. Bereits nach zwei Runden war der Traum eigentlich ausgeträumt: Nach Niederlagen gegen den SC Kreuzberg und Hamburger SK II standen wir mit 0-4 Punkten auf einen Abstiegsplatz.

Nach weiteren sieben Runden und ebensovielen Siegen hatte es schlussendlich doch noch geklappt: Die Schachfreunde waren mit 14-4 Punkten aufgestiegen. Es folgten zehn Jahre 1. Bundesliga - in den nächsten Wochen und Monaten wird auf www.sfr-berlin.de ein Rückblick auf diese schöne Zeit zu lesen sein.

In die Saison 2007/2008 nehmen die Schachfreunde Berlin das Ziel Wiederaufstieg mit folgendem Kader in Angriff:

1. Igor-Alexandre Nataf
2. Normunds Miezis
3. Stellan Brynell
4. Rainer Polzin
5. Stephan Berndt
6. Lars Thiede
7. Evgeny Degtiarev
8. Martin Borriss
9. Dirk Poldauf
10. Dennes Abel
11. Henrik Rudolf
12. Marco Thinius
13. Jan Wendt
14. Fernando Offermann

Mit Evgeny Degtiarev und Dennes Abel haben wir zwei neue starke Nachwuchskräfte im Kader. Rein nominell dürften wir Aufstiegsfavorit sein. Ob es tatsächlich klappt, wird sich aber erst noch zeigen. Nach 10 Jahren erste Bundesliga, in der wir meistens Underdog waren, wird er sehr schwer werden, die Rolle des Favoriten zu übernehmen. Die Wettkämpfe gegen Werder Bremen II (mit Knaak, Joachim, Meins an den Spitzenbrettern) und insbesondere gegen König Tegel (Rabiega, Stern, Mladen und Drazen Muse) am 25.11.2007 sind erste wichtige Standortbestimmungen.

Aufgrund des Rückzugs von Glück auf Rüdersdorf waren wir in der 1. Runde spielfrei. Die übrigen Resultate des ersten Spieltages:

Hamburger SK II - Werder Bremen II 6-2
Preetzer TSV - Tempo Göttingen 4,5-3,5
Lübecker SV - SK Norderstedt 5,5-2,5
SC Kreuzberg II - König Tegel 4-4

Wie kam es zum Rückzug von Rüdersdorf nach Meldeschluss? Offiziell verlautbarte, dass dem Verein das Geld für die 2. Bundesliga ausgegangen sei. Der wahre Grund dürfte gewesen sein, dass nach internen Streitigkeiten zwei wichtige Organisatoren und fast die komplette erste Mannschaft den Verein verlassen haben, was bereits lange vor Meldeschluss allenthalben und sicherlich auch den verbliebenen Rüdersdorfer Verantwortlichen bekannt war. Es gab schlicht keine Spieler mehr, die zweitligatauglich waren. Der Rückzug nach Meldeschluss - mit der Folge, dass keine Mannschaft mehr nachrücken konnte - war meines Erachtens grob unsportlich. Mit dem Zwangsabstieg nur in die Oberliga und 1.000 Euro Buße fällt die Strafe meines Erachtens eher milde aus.




Autor: ny -- 10.8.2008 15:52:46


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