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Schachfreunde verabschieden sich mit Sieg aus Bundesliga

Mit einem 5-3 gegen den SC Eppingen verabschiedeten sich die Schachfreunde Berlin für ein Jahr aus der ersten Bundesliga - oder zweifelt jemand an dem sofortigen Wiederaufstieg? Marco Thinius und Henrik Rudolf - die am Vortag bei der Niederlage gegen Tegernsee noch völlig neben sich standen - waren mit Siegen an Brett sieben und acht die Matchwinner. Auch Stephan Berndt gewann mit einem sehr schönen Qualitätsopfer, während auch an den anderen Brettern fasst immer die Schachfreunde am Drücker waren.

Das Ziel, den viertletzten Platz zu halten, um im Falle des Rückzugs eines Teams im nächsten Jahr weiterhin erstklassig zu bleiben, konnte nicht erreicht werden, da der direkte Konkurrent Mühlheim Nord seine beiden Kämpfe gegen Kreuzberg und Tegel gewann. Somit werden die SF Berlin II, die als Sieger der Oberliga Nord Ost bereits eine Runde vor Schluss feststehen, nicht in die zweite Liga aufsteigen. Hier hat jetzt Kreuzberg II die besten Chancen.


Spielbericht von Rainer Polzin

14. Runde: TV Tegernsee 5 - 3 SF Berlin 1903
1 Bu,Xiangzhi ½ : ½ Miroshnichenk 2
2 Alekseev,Evge ½ : ½ Polzin,Rainer 5
3 Khenkin,Igor 1 : 0 Thiede,Lars 6
4 Sokolov,Andre ½ : ½ Berndt,Stepha 7
5 Ribli,Zoltan ½ : ½ Borriss,Marti 8
9 Kindermann,St 0 : 1 Schneider,Ilj 11
11 Teske,Henrik 1 : 0 Thinius,Marco 12
14 Gross,David 1 : 0 Rudolf,Henrik 13

Sehr gute Spielbedingungen boten die Eppinger in ihrer neu erbauten Sporthalle: Die Spieler hatten viel Platz, der Saal war sehr hell, eine funktionierende Live-Übertragung und schon zu Spielbeginn waren jede Menge Zuschauer anwesend. So macht Bundesliga Spaß.

Wir hatten uns vorgenommen, noch um Platz 13 zu kämpfen. Dazu mussten mindestens zwei Punkte am Wochenende her - im Anbetracht der Kreuzberger Aufstellung ( die den Aufstieg ihrer 2. Mannschaft nicht gefährden wollten ) gegen Mühlheim sogar vier.

Kaum eine Chance hatten wir leider gegen die Bayern: Henrik Rudolf stellte in unklarer Stellung einen Turm ein (21... Txc2). Marco Thinius griff beherzigt Henrik Teske ein, hatte dann aber ebenfalls einen Aussetzer (17. Lxa6 nebst 18. Lxc8) - 0-2 nach nur zwei Stunden. Stephan Berndt verpatzte ebenfalls die Eröffnung, konnte aber (letztlich erfolgreich) noch kämpfen. Miro stand gut, Lars Thiede hatte sicherlich auch nach der Eröffnung gegen Khenkin Vorteil, aber zu einem Punktgewinn hätte schon viel zusammen kommen müssen. Letztlich konnte nur Ilja Schneider einen ganzen Punkt verbuchen. Sein Gegner Stefan Kindermann stellte in etwas schlechterer Stellung mit 18. h5 den Bauern b2 und die Partie ein. Ich freute mich über ein Remis gegen den amtierenden Russischen Meister und aktuellen Sieger des Aeroflot-Opens Ewgenj Alekseev.

3-5 - damit war auch Platz 14 besiegelt.


15. Runde SF Berlin 1903 5 - 3 SC Eppingen
2 Miroshnichenk 0 : 1 Balogh,Csaba 2
5 Polzin,Rainer ½ : ½ Postny,Evgeny 3
6 Thiede,Lars ½ : ½ Braun,Arik 5
7 Berndt,Stepha 1 : 0 Meier,Georg 6
8 Borriss,Marti ½ : ½ Medvegy,Zolta 7
11 Schneider,Ilj ½ : ½ Vogt,Lothar 11
12 Thinius,Marco 1 : 0 Schulze,Ulric 12
13 Rudolf,Henrik 1 : 0 Dekan,Hans 14

Ein versöhnlicher Saisonabschluss, auch wenn wieder früh eine Katastrophe passierte: Miro hatte an Brett 1 eine Neuerung gefunden, die von Balogh sehenswert widerlegt wurde.

Aber an den anderen Brettern sah es gut für uns aus: Lars Thiede hatte mit Schwarz gegen den Jugendweltmeister Arik Braun Vorteil, Henrik Rudolf stand ebenfalls klar besser und Ilja Schneider hatte gegen Lothar Vogt einigen Druck aufgebaut. Nach und nach bekam dann zwar Marco Thinius Probleme, er war es jedoch letztlich, der zum 1-1 ausglich, nachdem sein Gegner Ulrich Schulze ein Einschlag auf e3 übersehen hatte.

Eine sehr interessante Partie spielte Stephan Berndt gegen Georg Meier, der die GM-Norm bereits sicher hatte, aber noch einen ganzen Punkt brauchte, um die Norm um eine weitere Partie "zu verlängern" (was das bedeutet, kann man bei den Titelregularien beim Deutschen Schachbund nachlesen). Stephan opferte eine Qualität und gewann nach und nach die Oberhand. Zur Zeitkontrolle führten wir daher bereits, kurze Zeit später erhöhte Henrik Rudolf auf 3-1. Da machte es nichts mehr, dass Lars Thiede und Ilja Schneider ihren Vorteil zum Remis vergeben hatten. Nach zwei weiteren Unentschieden von mir und Martin Borriss stand ein versöhnlicher Sieg zum Saisonabschluss fest.

Nach 10 Jahren 1. Bundesliga müssen wir jetzt wieder in Liga 2 ran. Abgänge sind bei den Schachfreunden nicht in größerem Umfang zu erwarten, wir hoffen, dass es sich nur um ein einjähriges Gastspiel handelt. Sonst sind die Jungs aus der zweiten Mannschaft wohl endgültig sauer auf uns.

Die Partien mit Kommentaren von Rainer Polzin und Henrik Rudolf.

Abschlusstabelle:
1. OSC Baden Baden
2. Hamburger SK
3. SG Köln Porz
4. Bindlach-Aktionär
5. SC Remagen
6. SG Aljechin Solingen
7. TV Tegernsee
8. SC Kreuzberg
9. SV Wattenscheid
10. SC Eppingen
11. Werder Bremen
12. SF Katernberg
13. SV Mülheim Nord
14. SF Berlin 1903
15. SC Bann
16. SK König Tegel






Autor: ny -- 12.10.2007 21:32:24


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