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Schachfreunde abgestiegen, falls nicht...
Aus eigener Kraft können die Schachfreunde Berlin den Abstieg aus der Bundesliga nicht mehr vermeiden. Trotz des Sieges gegen den SC Bann und der erwarteten Klatsche gegen den als Deutschen Meister quasi feststehenden OSC Baden-Baden ist zwei Runden vor Schluss nicht mehr drin als der viertletzte Platz. SF Katernberg als derzeit fünftletzter hat fünf Punkte Vorsprung und ist nicht mehr einzuholen.In den letzten beiden Runden (am 31.3. / 1.4. in Eppingen) gegen Tegernsee und Eppingen wird trotzdem alles daran gesetzt, den 13. Platz zu halten, denn sollte ein Verein aus irgendwelchen (finanziellen?) Gründen seine Mannschaft zurückziehen, blieben die Schachfreunde erstklassig (und die zweite Mannschaft könnte in die zweite Liga aufsteigen). Härtester Konkurrent ist der SV Mühlheim Nord, der zur Zeit noch einen Mannschaftspunkt hinter den Schachfreunde liegt, aber noch gegen das Tabellenschlusslicht König Tegel antreten muss. Aufgrund der schlechten Brettpunkte müssen die Berliner also unbedingt punkten und/oder auf Tegeler Schützenhilfe hoffen.
Spielbericht von Rainer Polzin
Runde 12: SF Berlin - SC Bann 4,5-3,5
Polzin,Rainer 1 : 0 Laznicka,Viktor
Berndt,Stephan 1 : 0 Stocek,Jiri
Borriss,Martin 0 : 1 Cvek,Robert
Poldauf,Dirk ½ : ½ Slobodjan,Roman
Kraemer,Martin ½ : ½ Muraniy,Karl-Jasmin
Schneider,Ilja ½ : ½ Bunzmann,Dimitri
Thinius,Marco 0 : 1 Dolezal,Rados
Rudolf,Henrik 1 : 0 Nun,Jiri
Ein Nichtabstiegsplatz war schon im Februar in Berlin in weite Ferne gerügt, so dass unsere Zielstellung klar war. Durch einen Sieg gegen Bann den Kampf um den besten Absteiger aufnehmen. Anfang des Jahrtausends war dieser Platz eine Garantie dafür, dass man in der 1. Bundesliga bleiben darf. Nominell waren wir zwar wieder Außenseiter, aber wir gingen dennoch optimistisch in den Wettkampf gegen die Pfälzer. Denn schließlich musste unsere Negativserie (1-9 Punkte im Jahr 2007) ja mal zu Ende gehen.
Nach gut zwei Stunden standen die Zeichen auf einen klaren Sieg für uns: Stephan Berndt hatte in seiner Leib-und-Magen-Variante die deutliche bessere Stellung. Ilja Schneider stand im Abtausch-Franzosen gegen Dimitri Bunzmann auf Gewinn und Dirk Poldauf verbuchte klaren Vorteil gegen den zweiten ehemaligen "Neuköllner" Roman Slobodjan. An den Schwarz-Brettern standen Martin Krämer und auch ich besser. Henrik Rudolf hatte eine Chance auf deutlichen Vorteil ausgelassen, bewahrte aber leichten Vorteil. Probleme hatten lediglich Martin Borriss und Marco Thinius.
Vor der Zeitkontrolle stand es dann folgerichtig 2-1 für uns: Stephan Berndt hatte seinen Gegner unter diversen Opfern mattgesetzt und auch ich konnte den Tschechen Laznicka, der von einem weiteren früheren Neuköllner, Sergei Movsesian, trainiert wird, schlagen. Marco Thinius verlor leider.
Die vierte Stunde verlief aber alles andere als optimal: Zwar konnte Henrik Rudolf seinen Gegner überspielen (kurz nach der Zeitkontrolle erhöhte er dann auf 3-1), aber Dirk Poldauf und Martin Krämer hatten ihre bessere Stellungen herabgewirtschaftet und kämpften ums Remis. Auch bei Ilja Schneider sah es nicht mehr so klar aus. In der Analyse stellte sich zwar heraus, dass es noch einen Gewinnweg gab, den ließ Ilja aber aus. Die Partie endete Remis. Nach einer weiteren Niederlage von Martin Borriss führten wir nur 3,5 zu 2,5 - bei zwei schlechteren Stellungen.
Wenn Sie die Partien von Poldauf und Krämer - jeweils 102 Züge! - nachspielen sollte Ihnen bewusst sein, dass die Zeit gegen Ende sehr knapp war. Da litten meine Nerven doch sehr. Erst wenige Minuten vor der letzten Zeitkontrolle war klar, dass Poldauf nicht mehr verlieren würde. Bei beiderseits circa 25 Sekunden Restbedenkzeit wurde Frieden geschlossen. Krämer und sein Gegner Muranyi einigten sich mit jeweils nur noch gut 20 Sekunden auf Unentschieden - letztlich sehr glücklich für uns, denn Muranyi konnte gegen Ende beliebig gewinnen.
Ein wichtiger Sieg im Kampf um Platz 13.
Runde 13: SF Berlin - OSC Baden-Baden 1-7
Shirov,Alexei 1 : 0 Polzin,Rainer
Bacrot,Etienne ½ : ½ Berndt,Stephan
Nisipeanu,Liviu 1 : 0 Borriss,Martin
Harikrishna,Pentala 1 : 0 Poldauf,Dirk
Krasenkow,Michail ½ : ½ Kraemer,Martin
Dautov,Rustem 1 : 0 Schneider,Ilja
Schlosser,Philip 1 : 0 Thinius,Marco
Doettling,Fabian 1 : 0 Rudolf,Henrik
Da half auch eine Pizza "Rambo" (!) am Abend zuvor beim Italiener nicht: Eine klare Niederlage gegen den alten und voraussichtlich neuen Deutschen Meister aus der badischen Kurstadt.
Einzig ärgerlich aus unserer Sicht war der Ausgang der Partie Bacrot gegen Berndt: Stephan hatte mit Schwarz nach und nach den Franzosen - trotz eines Elo-Nachteils von 275 Punkten - überspielt, bis er leider einen Turmtausch zuließ, wonach die Partie wegen des reduzierten Materials nicht mehr zu gewinnen war. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit einer Großmeisternorm für Stephan gewesen!
Meine Glückwünsche gehen an Sven Noppes und sein Team - auch wenn ihnen theoretisch die Meisterschaft noch vom Hamburger SK zu nehmen ist.
Ausgezeichnet hat mir die Ausrichtung der Bindlacher gefallen: Die Lichtprobleme in dem schönen Spielsaal wurden seit dem letzten Spiel gelöst und auch die Schachfans in Franken hatten mitbekommen, dass es in Bindlach etwas zu sehen gibt. Beim zweiten Heimspiel sahen sehr viele Zuschauer zu und verfolgten die Live-Kommentare von Michael Bezold. Eine Live-Übertragung ins Internet rundete das ausgesprochen positive Bild ab.
Die Partien mit Kommentaren.
Autor: ny -- 10.7.2007 21:48:39
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